Kostenlose eBooks gibt es wie Sand am Meer. Zum Beispiel bei einem der größten Anbieter für eBooks im Internet - Amazon. Doch zumeist sind diese Bücher Englisch, beinhalten ganze drei Seiten oder, um es deutlich zu sagen, sie sind einfach schlecht. Viele deutsche Klassiker wie etwa Faust, Emilia Galotti und wie auch immer die Bücher heißen, mit denen uns die Lehrer in der Schulzeit gequält haben,  sind beim Projekt Gutenberg zu finden. Doch nun gibt es endlich auch die wirklich wahren Bestseller unserer Zeit kostenlos in das digitale Bücherregal.

Werbeeinbleindung bei readfyreadfy heißt die neue App, die seit heute im Google PlayStore zu haben ist. In der heute beginnenden Testphase sind bereits 15.000 Titel namhafter Autoren und Verlage zu bekommen. Diese stehen dem Nutzer ohne zeitliche Begrenzung und vor allem kostenfrei zur Verfügung. Doch wie finanziert sich das ganze? Und ist es überhaupt legal?

Selbstverständlich sind Bücher einfach nicht kostenlos zu haben. Soviel steht fest. Denn ein Autor möchte schließlich auch ein Stück vom großen Kuchen abhaben, wie es so schön heißt. Nein, der Nutzer zahlt für die Bücher, jedoch nicht mit Geld, sondern ihm werden gelegentlich Werbebanner angezeigt, wie man es aus anderen Gratis-Apps bereits kennt.

readfy wurde für die Nutzung auf Smartphones und Tablets entwickelt. Denn genau diese beiden Geräte werden, so eine Studie der Bitkom, dem klassischen eBook-Reader vorgezogen. 58% der Befragten gaben an, eBooks auf dem Smartphone zu lesen, 21% nutzen ein Tablet-Computer und 18% einen klassischen eBook-Reader.

Bücherauswahl bei readfyDazu sagt readfy Geschäftsführer Felix Bauchspieß: "Was Anbieter von kostenlosem Streaming von Musik und Filmen erfolgreich vorgemacht haben, ist in der Buchbranche weltweit völlig neu. Dieses Geschäftsmodell bietet Verlagen und Autoren einen alternativen Vertriebsweg zu den dominanten Internethändlern wie Amazon und Co. Wir führen seit einem Jahr intensive Gespräche mit vielen Verlagen. Etliche konnten wir schon für unsere Idee gewinnen, weitere Vereinbarungen sind kurz vor der Unterschrift."

Der Full-Launch, also der Start der vollwertigen Version von readfy ist im Sommer 2014 geplant. Bis dahin läuft die App in einer offenen Testphase mit 5000 Usern. In dieser Zeit wird zum Beispiel getestet, in welcher Form die Werbung am kundenfreundlichsten ist. Ebenfalls im Sommer starten die zwei kostenpflichtigen Versionen des Abos, Premium Light und Premium, die weniger bzw. keinerlei Werbung enthalten.

Finanziert wird readfy über die Crowdinvesting-Plattform Companisto.com, auf der ab heute Anteile von readfy ab 5 Euro erstanden werden können.

Fazit: Eine spannende Idee, die den Branchenriesen Amazon, Apple und Google Konkurrenz machen kann. Jedoch steigt und fällt das Projekt mit der Qualität und dem Umfang der Bücher. Fehlen schlagkräftige Titel, wird es dem Dienst schwer fallen, sich im Markt zu etablieren.



Über den Autor

Sebastian Siepmann