Stein auf Stein, damit kann man ja höchstens Kinder beschäftigen.
Vonwegen, denkt sich der Indie-Game-Entwickler Markus Persson (besser bekannt als Notch) im Mai 2009 und veröffentlicht eines der wohl erfolgreichsten Indie-Games der vergangenen Jahre. Minecraft.
Doch worauf beruht der Erfolg dieses Spiels, dass in seiner ursprünglichen Form weder mit HD-Grafik, noch mit einer ausgeklügelten Storyline aufwarten kann?

Beginnt man ein neues Spiel, wird man in eine zufallsgenerierte Welt versetzt.
Kurz darauf stellt sich den Spielern meist die erste Frage : "Und jetzt?"
Schnell bemerkt man: Erde, Sand, Stein und alle anderen Materialien die uns Minecraft vorgibt sind abbaubar und landen kurz darauf in unserem Inventar.
Von dort aus haben wir die Möglichkeit sie an einem anderen Ort wieder auf zu stellen, was anfangs oft nur interessante Gebilde ergibt.

Später jedoch wenn die Sonne am Horizont untergeht sollte man zumindest eine kleine Behausung erstellt haben die uns vor Spinnen, Skeletten, Zombies und anderen Wesen schützt,  welche uns des Nachts nach unserem Leben trachten.

Ist Tags die Welt wieder sicher, beginnt Minecraft sein Potential zu entfalten. Aus der sporadischen Behausung wird innerhalb eines Tages ein recht ansehnliches Haus, das erfüllt den selben Zweck wie unser erstes jedoch sieht es besser aus (was wohl der einzige Grund war es überhaupt zu bauen). Perfektionisten entwickeln nach diesem System ganze Szenarien wie Dörfer oder Burgen. Wird das genutzte Areal zu groß um es schnell mal zu durchqueren bietet das Spiel auch hierfür mehrere Möglichkeiten wie selbst gebaute Schienensysteme oder Boote.

Doch reicht all das für Verkaufszahlen von Drei Millionen? Den meisten Spielern wohl schon, zudem die Möglichkeiten des Indie-Games viel größer sind als das was wir hier alles nennen können. Einer der Hauptgründe für diesen Erfolg beläuft sich wohl auf die Tatsache, dass das Klötzchenaufbauspiel noch immer nicht fertig gestellt ist. So ist das Spiel momentan in der Beta-Testphase Version 1.7.3 (Stand 26.08.11) und bekommt immer neuen Content dazu. Das sind sowohl neue Blöcke sowie Mechanismen und Änderungen im Spielgeschehen welche damit einhergehen.

Sollte das dem Spieler immer noch nicht reichen, so besteht die Möglichkeit Mods im Spiel zu nutzen um zum Beispiel mehr Kreaturen oder Funktionen einzufügen oder mit neuen Skin-Paketen die Grafik aufzubessern.
Auch übernehmen die Entwickler oft Ideen und Mods und machen sie zum Teil des Spiels indem sie im nächsten Update eingefügt werden. Es besteht zudem die Möglichkeit auf öffentlichen sowie Privaten Servern mit Freunden zu bauen und ihnen eigene Kreationen vorzuführen.

Wir denken: Minecraft ist eine Produktion des Schwedischen Entwicklerteams Mojang, welches sich einen Namen mit der stetigen Weiterentwicklung ihres Spiels macht. Das, und die völlig offene Einstellung gegenüber den Ideen der Spieler, sowie ein interessantes Spielprinzip haben wohl dazu geführt, dass das Spiel solch eine große Fangemeinde besitzt.
Ob die Entwickler auch nach der geplanten Fertigstellung im November dieses Jahres an ihrem Spiel weiter herumschrauben, wird man spätestens auf der eigens für das Spiel angesetzten Messe in Las Vegas, der "Minecon" im November sehen.

Bildquelle: Wikipedia



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Sebastian Siepmann