Kriegssimulationen gibt es wie Sand am Meer. Und viele davon sind auch noch so gut wie eben dieser Sand groß ist. Doch bei Tank Operations – European Campaign ist dies anders. Den Entwicklern von Linked Dimensions ist hier echt ein Schätzchen geglückt, das nach einer kurzen Eingewöhnungszeit echten Spielspaß mit sich bringt.

Tank Operations – European Campaign versetzt den Spieler zurück in die zweite Hälfte des Zweiten Weltkrieges. Nachdem er das Fort Bragg, eines der größten US-Ausbildungslager, durchlaufen hat, geht es an die Küste von Marokko wo es heißt, die deutsche Wehrmacht zurück zu schlagen, und in dessen Folge die Stadt Casablanca zu erobern.

In insgesamt elf Leveln, die von Afrika, über die Normandie bis zur Eroberung Berlins sämtliche Feldzüge der Amerikaner gegen die deutsche Wehrmacht beschreiben, erwarten den Spieler eine Menge Einheiten, große Stellungskämpfe und jede Menge Strategie.

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Tank Operation - Packshot

Durch die abwechslungsreichen Sounds im Spiel, gefällt auch die Atmosphäre. Der Fog of War verbirgt an mancher Stelle die Aktionen des Gegners, was dem Spiel wiederrum einen Hauch Realität gibt. Man versetzt sich somit schnell in die Lage des Oberbefehlshabers und möchte so schnell wie möglich die deutschen Truppen zerstören.

Der Spieleinstieg in Tank Operations – European Campaign ist zunächst nicht ganz einfach. In der ersten Mission, Operation Torch, verfügt der Spieler bereits über zehn verschiedene Einheiten, die er über das Spielfeld ziehen kann, zudem insgesamt acht Schiffe, zwei Flugzeugträger, zwei Schlachtschiffe sowie vier Kreuzer, die ihre Position beibehalten, und als Ankunftsraum für neue Einheiten dienen. Zu den beweglichen Einheiten zählen Flugzeuge, Panzer, Infanterie sowie Artillerie. Die verschiedenen Einheiten werden im Tutorial in Fort Bragg leider nur kurz angeschnitten. Sämtliche Einheiten muss man sich somit im Spiel selber durch den Kampf näher bringen.

Das erste Level ist bereits sehr knifflig, und bedarf einer ausgeklügelten Strategie. Die deutsche Wehrmacht ist stark und lässt sich auch leider nicht durch die Auswahl eines Schwierigkeitsgrades abschwächen.  Nachdem man jedoch den ersten Feldzug erfolgreich gemeistert und sich somit an das Handling der verschiedenen Einheiten gewöhnt hat, wird es schnell einfacher. Schnell aufgeben sollte man also nicht, denn auch bei unserem Test, hat es einige Zeit gedauert, bis wir die amerikanische Flagge in Casablanca hissen konnten.

Die Grafik des Spiels ist nicht berauschend, was jedoch nicht weiter stört. Einziger Nachteil dadurch: Man erkennt nicht immer die Unterschiede in den einzelnen Spielfelder, welche Vor- oder Nachteile mit sich bringen. Selbstverständlich kann man den Wald vom Meer unterscheiden, jedoch fällt es da schon schwerer, ein Feld mit Geröll von einem Wüstenfeld zu unterscheiden. Dies gelingt meistens nur über die Verwendung der Tooltips. Im Gegensatz dazu sind die Einheiten jedoch sehr detailgetreu dargestellt, und einfach voneinander zu unterscheiden.

Tank Operations - Screenshot

Das rundenbasierte Spiel ist nicht jedermanns Sache, macht jedoch Spaß und passt einfach zum Spiel. So gilt es beispielsweise, eine Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, indem eigene Truppen in dieser bis zum Ende einer Runde, sprich bis zum Beginn des nächsten Zuges, verweilen. Je mehr Städte unter der Kontrolle des Spielers sind, desto mehr Geld hat er auch für die Ausbildung neuer Truppen und Produktion neuer Fahr- und Flugzeuge. Ein weiterer Pluspunkt ist die übersichtliche Minimap, auf die sich ein Blick häufiger lohnt, als man zunächst annimmt. Dort erkennt man schnell, welche Städte unter der eigenen Kontrolle sind, oder wo sich noch eigene Einheiten befinden. Die Schaltfläche am linken Bildschirmrand ist ebenfalls ein wichtiger Punkt im User-Interface. Dort werden übersichtlich die noch zugfähigen Einheiten nach Typ aufegelistet.

Der Umfang des Spiels beträgt „nur“ elf Level, welche sich jedoch auch hinziehen können. Je nach Strategie kann ein Feldzug schon einmal mehrere Stunden dauern. So ist also die doch eher kleine Zahl von elf Leveln ausreichend, für jede Menge Spielspaß.

Fazit: Ein Spiel für Strategen. Durch die große Anzahl an Einheiten und die enorme Länge der einzelnen Level wird es in diesem Spiel nie langweilig. Sieht es nach einem großen Verlust aus, kann sich dies schnell, mit der richtigen Strategie, zu einem Sieg entwickeln. Durch die realitätsnahe Darstellung, zum Beispiel den Fog of War sieht man nicht immer, welche Strategie der Gegner sich nun ausgedacht hat. Auch die Tatsache, dass Fahrzeuge nicht unbegrenzt Treibstoff haben spielt dort mit hinein. So müssen leere Tanks und Munitonsvorräte aufgefüllt werden. Leere Flugzeugtanks führen so leider zum Absturz. Die Grafik des Spiels ist für das Spiel genau richtig, da nicht zu „verschnörkelt“ und ohne große Highlights. Die Entwickler setzen hier viel mehr auf das reine Gameplay.

Leider ist das Spiel nicht im Mehrspielermodus spielbar, und auch gibt es keine weiteren Karten nach Beendigung des Wettlaufs um Berlin. Aber eventuell legt der Entwickler dort noch nach.

Für einen Preis von unter 20 Euro ist das Spiel sehr preiswert und für Fans von Strategiespielen auf jeden Fall zu empfehlen. Zu haben ist das Spiel für den PC bereits seit dem 2. August 2013, unter anderem bei Amazon. Und wer sich zunächst einmal das Spiels ansehen möchte, der kann sich die Demo bei uns kostenfrei herunterladen.

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Über den Autor

Sebastian Siepmann