Der Überwachungsskandal und die damit verbundenen Reaktionen nehmen immer größere Züge an. Jetzt wurde ein Fall aus der letzten Woche bekannt, in dem ein deutscher Facebook-Nutzer unerwarteten Besuch von deutschen Behörden bekam. Können wir uns noch schützen?

Der Journalist Richard Gutjahr berichtet in seinem Blog von einer bizarren Form des Überwachungswahnsinns. Ein deutscher Facebook-Nutzer rief zu einem Besuch der mutmaßlichen NSA-Hochburg, dem Dagger Complex, auf. Dieser eigentlich freundlich gesinnte Besuch, wurde durch die NSA jedoch als vermeintliche Bedrohung gesehen, so dass deutsche Behörden den Facebook Nutzer Daniel Bangert kurze Zeit später aufsuchten. Neben der Polizei war auch der Staatsschutz zu Gast an der Tür des 28-jährigen.

In seiner Facebook-Veranstaltung rief Bangert dazu auf, die amerikanische Einrichtung in der Nähe von Darmstadt gemeinsam zu besuchen. In der Einladung hieß es mit einem sarkastischem Unterton: "Vor Ort können wir dann gemeinsam den bedrohten Lebensraum der NSA-Spione erforschen und uns über Ihre Tages- und Nachtbeschäftigungen austauschen. Wenn wir ganz viel Glück haben, bekommen wir vielleicht sogar einen echten NSA-Spion mit unseren eigenen Augen zu sehen."

Was eigentlich nur ein Scherz sein sollte, sahen die "vom Aussterben bedrohten" NSA-Mitarbeiter leider alles andere als spaßig an. Sie alarmierten die deutschen Behörden, dessen Einschreiten nicht näher erklärbar ist. Schließlich ist der Dagger Complex von außen frei zugänglich. Welche Bedrohung sollte ein normaler Spaziergang dorthin auslösen? Die Antworten darauf wissen leider nur die beteiligten Behörden, die dem Beschuldigten zudem nahe legten, diesen Vorfall nicht weiter publik zu machen.

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Sebastian Siepmann