Nick Frost, Simon Pegg und Edgar Wright sind schon drei besondere Typen. Irgendwie wollen sie nicht so ganz in alte Konzepte passen, aber trotzdem Kino für Alle machen. Weg vom alten, sperrigen Humor des Vereinten Königreiches und trotzdem "very british" - aber nicht ohne zünftige Action-Szenen.

Trotz - oder gerade wegen - diesen Widersprüchen haben ihre bisherigen Filme der Cornetto-Trilogie sowohl Kritikern, als auch dem Publikum gut gefallen. So seltsam das auch klingt, dies ist wirklich der Codename zu "Shaun of the Dead" (2004) und "Hot Fuzz" (2007). Jeweils eine Eissorte soll den Film repräsentieren und taucht im Verlauf des Films auf.

Am 12.September kommt der neue Film der Drei in die deutschen Kinos: "The World's End". Einen faden Beigeschmack hinterlässt dabei, dass der Film für die Briten schon fast 2 Monate vorher zu sehen ist. Trotzdem soll es hier zum Abschied nochmal richtig krachen.

Bevor wir uns aber auf Spekulationen zum neuen Film einlassen, ist das Ganze Grund genug für uns einen Blick auf den Beginn zu richten - zurück zu "Shaun of the Dead".

Über Zombies in Britannien und einen ganz normalen Menschen...

Mittlerweile 9 Jahre ist der erste Streifen der Cornetto-Trilogie her. Dabei war es der erste Leinwand-Ausflug des britischen Comedy-Duos Simon Pegg und Edgar Wright, die bereits für die Serie "Spaced" zusammen arbeiteten. Beide schrieben das Drehbuch, im Film selbst stand Simon Pegg, als namensgebender Shaun, dann Nick Frost als bester Freund Ed zur Seite. Doch von vorn...

Inhalt

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Hauptcharakter Shaun ist ziemlich am Ende. 29 Jahre alt, lebt er in London und arbeitet als Elektroverkäufer. Da er kein richtiges Ziel mehr vor Augen hat und seine Zeit nur irgendwie mit seinen Mitbewohnern verbringt und im Pub "Winchester" bleibt, hat ihm seine Freundin Liz (Kate Ashfield) gerade erst den Laufpass gegeben.

Genau hier setzt der Film an. Denn plötzlich häufen sich seltsame Vorfälle im monotonen Nord-London und ehe es sich Shaun versieht steckt er mittendrin in einer Zombie-Apokalypse.

Zusammen mit seinem besten Freund Ed (Nick Frost) wird schnell ein Plan geschmiedet: Einen sicheren Ort finden und seine Eltern (Penelope Wilton und Bill Nighy) retten. Dabei wird auch noch klar, dass Liz ihm doch mehr bedeutet hat als er dachte und so sammelt sich eine kleine Truppe an, die sich notdürftig durch das zombiebevölkerte London schlägt...

Kritik

Das klingt mehr als krude und könnte eine billige Komödie aus der untersten Schublade sein. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Mit viel Liebe zum Detail schaffen es die Macher der beliebten, britischen Comedy-Serie "Spaced", dem Film einen ganz eigenen Stil zu verleihen.

Es ist die Feinheit und die Nuancen in den kleinen Szenen, die wahrlich einen neuen englischen Humor etablieren. Wenn Shaun vollkommen übermüdet einkaufen geht und ihm dabei nicht die Zombies auffallen, dann wirkt der ganze Streifen schon fast surreal. Auch das generelle Vermeiden des Wortes "Zombie" durch die Charaktere und das vollkommen übertriebene Ende, geben dem Film einen eigenen Charme - und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Leider spielen sich zwar Pegg und Frost wirklich in bester Show-Manier die Bälle zu für kleine Seitenhiebe, aber genauso austauschbar sind Viele der Begleiter. Wahrscheinlich einer der Gründe warum man im folgenden "Hot Fuzz" nur auf das charmant-komische Duo setzte.

Irgendwo verpackt der Film dann auch noch in kleinen Seitenhieben eine ganz happige Kritik an eine ziellose Generation, die schon fast zur Zombie-Analogie taugt. Hier verpasst der Film sogar einige Chancen, noch bissiger zu werden, aber zu ernsthaft sollte der Film dann doch wohl auch nicht werden.

[caption id="attachment_8015" align="alignright" width="300"]Die Gruppe unterwegs... Die Gruppe unterwegs...[/caption]

Generell verbeißt sich der Film in Nichts, sondern streift in flotten 96 Minuten durch das stimmig inszinierte London, bis zu einem - etwas gequetschten - Finale. Bis dahin wird man allerdings weitgehend großartig unterhalten. Seitenhiebe und kleine Bezüge auf Kulturphänomene zeigen wie ein englisches Äquivalent zum amerikanischen "Zombieland" aussieht. Wesentlich kleiner, aber umso effektvoller in seiner Wirkung.

Fazit

Der humoristische Bruder von "28 Days Later" trifft (fast) genau ins Schwarze. Herrliche Anspielungen und ein gut aufgelegtes Duo Pegg/Frost markieren den Beginn der Cornetto-Trilogie. Blutig wird es allemal - daher auch die Eisfarbe Rot -, ein bischen Sozialkritik schwingt mit und viele Gags sitzen einfach haargenau. Auch ein paar kleine Macken kann man dem Film da verzeihen. Schlussendlich sollte man den Film einfach mal gesehen haben,als Musterbeispiel für eine gelungene Genreparodie, die sich deutlich von US-amerikanischen Varianten genauso abhebt wie von einem stocksteifen britischen Humor. Für wenige Euro ist der Film bereits zu haben und aufgrund der üppigen Extras sicherlich lohnenswert, um ihn sich in seine Sammlung zu stellen.

Weiter geht es bald mit Teil 2 der Cornetto-Trilogie: "Hot Fuzz"!

Trailer

Technische Daten:

Genre Originaltitel Land / Jahr FSK Bildformat Länge Tonformat / Sprache
Zombiekomödie Shaun of the Dead GB 2004 Ab 16 16:9 - 2.35:1 96 Minuten Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

DVD/Blu-Ray

Der Film ist am 7. April 2005 auf DVD erschienen und am 1. Oktober 2009 kam die Blu-Ray dazu.

Das Bild ist auf Beiden schön zu sehen, die Blu-Ray hebt sich allerdings nur wenig von der DVD ab. Der Ton ist gewollt leicht kratzig, trotzdem aber gut umgesetzt. Die Musikuntermalung ist einfach nur passend und gleichzeitig fast schon absurd komisch.

Als Extras erwarten euch gleich vier Audiokommentare und ein Track mit Hinweisen auf Referenzen und Insider-Gags während dem Film.

Dazu natürlich Blicke auf das Storyboard, die Aufklärung zum Schicksal einiger Charaktere, Video-Tagebücher, Outtakes und Featurettes. Zusätzlich kann man sich die, im Film gezeigten, Nachrichten-Ausschnitte nochmal anschauen.



Über den Autor

Chris Ebener