Ein derart bewegendes Schicksal wie das von Natascha Kampusch zu verfilmen, ist selbst für erfahrene Filmemacher eine enorme Herausforderung. Der Film, der den Titel 3096 TAGE trägt, ist zu Bernd Eichingers letztem großen Projekt geworden, das er leider nie komplett vollenden konnte. Die Regisseurin Sherry Hormann inszenierte die Geschichte um Natascha Kampusch behutsam und ohne Effekthascherei.

Hauptplakat(990x1400)2. März 1998: Die 10jährige Natascha Kampusch ist auf dem Weg von der Schule nach Hause, als sie vom arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in einen weißen Lieferwagen gezerrt wird. Er will kein Lösegeld, er will das Mädchen besitzen. In seinem Haus hat er ein Verlies ausgehoben, in dem er das Mädchen einsperren wird. Für die nächsten achteinhalb Jahre wird dies Nataschas karge Gefängniszelle.

3096 Tage später gelingt der mittlerweile achtzehnjährigen Natascha die Flucht aus ihrem Gefängnis. Immer und immer wieder musste sie sich den Grausamkeiten ihres Peinigers aussetzen. Als Natascha im Frühjahr 1999 von ihrer Familie spricht, verbietet Priklopil ihr, von Dingen vor der Entführung zu reden. Sie soll denken, dass sie keine Familie mehr hat. Ich bin dein Vater, deine Mutter, deine Oma und deine Schwestern, bläut er ihr ein.

Als Natascha im Jahr 2001 die Küchenplatte nicht schnell genug säubert, schleudert ihr Schänder sie so heftig gegen die Kante dass an ihrem Hüftknochen die Haut aufplatzt. Trotz der starken Blutung schickt er sie mit einem einfachen Verband in ihr Verlies. In der folgenden Zeit attackiert er sie an der Hüfte immer wieder gezielt, und ihr Schmerzen zu bereiten.

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Ihr Tagebucheintrag vom 20. August 2008 zeigt, welchen Grausamkeiten Natascha während ihrer Gefangenschaft ausgesetzt war:

Wolfgang schlug mich mindestens drei Mal ins Gesicht, stieß mir ca. 4 Mal das Kniw ins Steißbein und einmal gegen das Schambein. Er zwang mich vor ihm niederzuknien und bohrte mir einen Schlüsselbund in den linken Ellenbogen, wovon ich einen Bluterguss und eine Schürfwunde mit gelblichen Ausflusssekret davontrug. Dann kommt noch Anschreien und Quälen dazu. Sechs Fausthiebe auf den Kopf.

Am 23. August 2006 gelingt Natascha aus eigener Kraft die Flucht, weil Priklopil die Gartentür offen gelassen und sich einige Meter von ihr entfernt hat, um einen Telefonanruf entgegenzunehmen. Er nimmt sich noch am selben Tag das Leben.

Bernd Eichinger und Constantin Film beschlossen 2010 gemeinsam mit Natascha Kampusch, ihre Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Es geht vor allem darum, nach all den Medienspekulationen und Politskandalen, die der Entführungsfall ausgelöst hatte, zu erzählen, was wirklich geschehen ist. Nach vielen persönlichen Gesprächen mit Natascha Kampusch und umfangreichen Recherchen begann Bernd Eichinger 2010 mit dem Schreiben des Drehbuchs. Nach seinem plötzlichen Tod im Januar 2011 vollendete Ruth Toma das Buch.
Am 28.02.2012 wird dieser Film mit dem Titel 3096 TAGE nun in den deutschen Kinos starten.

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Zusammen mit Constantin Film verlosen wir zwei Kinotickets für den Film, ein original Filmplakat sowie das Buch zum Film. Sendet eine eMail mit eurer Adresse und dem Betreff "3096 Tage" an [email protected] Einsendeschluss ist der 15. März 2013.



Über den Autor

Sebastian Siepmann