Info: Dieses Review bezieht sich nur auf die Offline-Kampagne von Halo 4.220 Millionen Umsatz am ersten Tag, der letzte - große - Exklusivtitelfür die Xbox360 und der Anschluss an eine der erfolgreichsten Shooter-Trilogien aller Zeiten. Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war sicher nicht gering an 343 Industries. Das Erbe dieser Serie war auch sicher keine kleine Aufgabe für 343. Wie haben sie das nun gemeistert? Der Reihe nach.

Der Chief hat das Universum vor der Flood gerettet, musste dafür aber einen Halo-Ring aktivieren und treibt nun mit der manövrier unfähigen "Forward Unto Dawn" im All. Als letzte Szene sehen wir in Halo 3, dass Cortana ihn aus einem Cryoschlaf wecken soll, sobald etwas passiert.

Willkommen im Jahr 2557

Halo 4 setzt hier nahtlos an, allerdings können wir nicht gerade von einem schönen Aufwachen nach 5 Jahren sprechen. Die Allianz findet uns und zeigt sich dann - auch zur Überraschung des Chiefs - nicht gerade freundlich. Hier fühlt man sich doch stark an alte Teile erinnert. Wir laufen durch das Schiff, mähen Grunthorden mit unserem vertrauten Sturmgewehr nieder und wundern uns über die KI. Jetzt ernsthaft, 343, da wäre doch mehr drin gewesen? Das Verhalten ist so durchsichtig wie eh und je, da freut man sich doch auf Abwechslung.

Hätten wir uns nicht schon genug Fragen gestellt werden wir doch auch am Observationsdeck noch mehr überrascht. Nicht nur von der sinnvoll aufgehübschten Grafik der überarbeiteten Engine aus Halo:Reach, sondern auch von der Allianzflotte um uns herum und von einem geheimnisvollen Planeten, der uns schon bald mehr als genug Action bieten soll.

Peng, Peng!

Und jetzt setzt das Spiel erst richtig ein. Wir müssen uns nicht nur mit einem neuen Feind herum schlagen, sondern auch mit dem schwindenden Verstand unserer treuen KI-Begleiterin Cortana. Hier glänzt das Storytelling wirklich: Die sonst perfekte Helferin fängt an Fehler zu machen, wird fast menschlich und der Master Chief ist fast auf sich allein gestellt und in seinem Versuch sie zu retten, zeigt sich doch sogar ein Hauch Menschlichkeit unter dem gold-glänzenden Visier... Mehr sei zu der Story an dieser Stelle allerdings nicht verraten.

[caption id="attachment_6287" align="alignleft" width="366"] Bis ans Ende der Welt: Der Master Chief und Cortana[/caption]

Das Schöne ist, dass selbst Gamer, denen Emotionen in Halo doch allzu unpassend sind, voll auf ihre Kosten kommen, denn das Spiel nimmt hier immer mehr Fahrt auf. Gerade haben wir den Einstieg in das Spiel - schon werden wir gefordert von einer Menge neuer Waffen, neuer Gegner und einem abwechslungsreichen Missionsdesign. Mal fahren (oder fliegen) wir gegen die Zeit, dann geht es an die ganz großen Geschütze und anschließend befinden wir uns wieder in einem Hangar und ballern um uns was das Zeug hält. Der Spaßfaktor ist hier konstant absolut hoch. Sobald die Schusssequenzen zu lang werden, wird man schon wieder zu einem neuen Ort entführt oder wird eine neue Mission angeboten. Schön ist auch die neue Handlungsfreiheit durch die Möglichkeit wählbarer Features. Ob Jetpack oder vernichtender Nahkampfangriff, man kann sich auf seine Taktik einstellen und kann jetzt auch mehr auf seine eigene Spielweise eingehen. Sehr schön ist, wie 343 Industries diese Varianten in die Steuerung einarbeitet. Probleme gibt es fast nie mit der Steuerung, die Kamera könnte manchmal etwas günstiger stehen, aber weder fällt man einfach so in den Abgrund, noch versaut die Steuerung irgendwo den eigenen Erfolg.

Etwas unkreativ sind allerdings die Unterschiede zwischen den Schwierigkeitsstufen: Statt intelligenterem Gegnerverhalten, lässt 343 Industries einfach immer mehr Aliens auf uns zu rennen. Da kann 343 von Glück sagen, dass das vor den großartigen Kulissen und der flotten, manchmal jedoch etwas verwirrenden, Handlung kaum auffällt. Man hat ja schließlich garkeine Zeit um zu überlegen.

Apropos Zeit, hier kommt auch schon der größte Makel der Kampagne: Sie ist zu kurz. Nach Beendigung der Kampagne waren gerade 2 Abende vergangen und man schaut etwas fassungslos auf die Credits. Man war endlich eingespielt, hat sich gerade mit der neuen Handlung beschäftigt und dann wie aus dem Nichts: Das Ende. Und Trilogie hin oder her, ein paar Fragen darf man uns dann doch beantworten.

Schön ist jedoch, dass auch nach Spielende noch Modi zum Austoben in der Halo-Welt da sind. Die Koop-Kampagne funktioniert bestens und man kann taktisch wirklich sehr individuell spielen. Ab und zu kann das zwar zu leichten Verstimmungen führen, aber generell ist es doch ein Riesen-Spaß sich dem ersten, wirklichen Antagonisten in einem Halo-Spiel zu stellen. Auch Features wie die "Spartan-Ops" oder der mächtige Editor verlängern dann doch auch die Spielzeit, obwohl man die eine oder andere Anleihe bei "Call of Duty" hier längst nicht mehr dementieren kann.

John-117, Spartan im Einsatz

Also, was hat uns 343 Industries da jetzt geboten zum Auftakt der "Reclaimer"-Trilogie? Antwort: Action, Action, Action!

[caption id="attachment_6291" align="alignright" width="300"] Bereit für jedes Gefecht: Der Master Chief[/caption]

Es macht wirklich Spaß. Der Spieler wird gefordert, aber dafür auch mit abwechslungsreichen Spielvarianten belohnt. Über das Design muss man garnicht reden, die Spielwelt ist einfach in sich schlüssig aufgebaut und in dem ein oder anderen Moment schaut man gerne auch mal in Richtung Horizont. Auch die leuchtend-futuristische Technologie der Blutsväter ist einfach wunderschön anzusehen. Der Handlung hat man etwas die Mystik entzogen, dafür glänzt die Charakterisierung vom Master Chief, als auch von Cortana und in den ein oder anderen Satz kann man da schon viel interpretieren. Wem das so viel ist, wird auch genug Action Marke "Halo" geboten. Die Gegnerhorden werden weggefetzt, Level um Level wird gekämpft, das die Zeit nur so verfliegt. 2 Wünsche muss ich hier jedoch äußern: Ich will mehr, 343 Industries. Viel mehr! Hier waren mehr als 7 Stunden Kampagne drin. Und bitte, arbeitet an der KI. Heutzutage will man als Gamer von der Qualität der Gegner, nicht der Quantität, gefordert werden.

Was bleibt ist der furiose Auftakt zu einer neuen Trilogie - wir warten gespannt.

 


Xbox One Special

Dieser Artikel ist Teil unseres Xbox One Specials

Mit der Xbox One hat Microsoft die nächste Next-Gen Konsole präsentiert. Der Nachfolger der Xbox 360 erscheint Ende 2013 im europäischen Handel. Es ist die erste Konsole die mindestens alle 24 Stunden mit dem Internet verbunden sein muss.

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Chris Ebener