Kino.to-Chef Dirk B. steht seit heute vor dem Landgericht Leipzig. Er soll mit dem größten illegalen Streamingportal in deutscher Sprache rund 6,6 Millionen Euro verdient haben. B. drohen bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe.

Der Gründer und Chef der Streamingplattform kino.to, Dirk B, drohen bis zu 15 Jahre Haft. Am Landgericht Leipzig wurde heute die Anklage verlesen. Er wird der gemeinschaftlichen Urheberrechtsverletzung verdächtigt. Dietmar Bluhm von der Generalstaatsanwaltschaft sagte, dass B. mit Einnahmen aus Werbung und Abonnements rund 6,6 Millionen Euro verdient hat. Kino.to sei betrieben worden, um sich auf Dauer persönlich zu bereichern, so Bluhm weiter. B. äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

"Kino.to war das größte deutschsprachige Internetportal für illegale Kopien", sagte der Staatsanwalt. B. hätte "neben Fernsehen und Kino ein neues Massenmedium geschaffen." Die Kopien seien selbst beschafft, und auf den eigenen Filehostern eingestellt worden. Wie Golem.de berichtet, hätte B. nach seiner Verurteilung im Jahr 2004 mit dem Portal Archiv.to weiterhin Kopien verbreitet. Am 26. Februar war B. zu 150 Tagessätzen á 26 Euro oder fünf Monaten Ersatzhaft verurteilt worden.

B. ist bereits der sechste Angeklagte in Sachen Kino.to. Bereits am 11. April wurde der Programmierer der Seite zu knapp vier Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Bastian P. Urheberrechtsverletzungen in 1.110.543 Fällen beging.



Über den Autor

Sebastian Siepmann