[caption id="" align="alignleft" width="281" caption="Leatherface in seinem Hobbyschuppen"]Leatherface in seinem Hobbyschuppen[/caption]

Ob Autor, Regisseur und Produzent Tobe Hooper 1974 beireits geahnt hatte, dass er mit seinem grenzüberschreitend grandiosem Horrorwerk, dem Texas Chiansaw Massacre, genreprägend Maßstäbe setzen und sein blutrünstiger Protagonist Leatherface zur Kultfigur von unzähligen von Filmfanatiker avancieren würde? Wahrscheinlich ehr nicht. Ebenso fragwürdig ist der lange Leidensweg, den sich Hoopers frühes Machwerk Deutschen Kritikern und Zensoren unterziehen musste.

 

In Deutschland erstmals unter dem Namen Blutgericht in Texas ( später auch Kettensägenmassaker) erschienen, wurde der Streifen 1982 von der Bundesprüfstelle indiziert. Das war bereits nachdem er beschnitten in den Deutschen Kinos gelaufen und eine erste, ebenfalls schmerzlich gekürzte Fassung auf VHS erschienen war. Schwere Vorwürfe von Seiten der Kirche, Hausfrauen in der Menopause und anderen Pseudosittenswächtern wurden laut. Das Kettensägenmassaker galt als pervers, krank und gewaltverherrlichend. Zumindest in dieser Hinsicht waren sich Sympathisanten und Antipode einig. Was der eine als spritzige Ästhetik mit Thrill empfand, war für den anderen schlichtweg eine Gefahr für den gesunden Kognitivismus.

So blieb ein ungeschnittenes Exemplar für die breite Masse unzugänglich und das Massaker mit der Kettensäge wurde zum Geheimtipp unter Genrefreunden. Doch ein unnachgiebiges Label ließ Hoffnung schimmern im Nebel der Bürokratie. Turbine Medien legte 2008 beschwerde gegen das Verbot ein, am 6. septermber 2011 entscheid das Landgericht Frankfurt am Main zu Gunsten der Kläger und schon zwei Monate später würde Blutgericht in Texas vom Index gestrichen. Der Film wurde anschließend der FSK zur Prüfung vorgelegt und bekam die Freigabe für eine ungekürzte Fassung ab 18. Jetzt also, nach über 25 Jahren, gefühlten 20 Sequels, Prequels und Remakes ist es endlich da. Ungeschnitten und in einer wahrhaft Würdigen Aufmachung. Vier Disks ( Eine Blue- Ray, eine Film-DVD und 2 Bonus-DVDs), Outtakes, Audiokommentare, HD- Abtastung und hervorragend Syncro, zahlreiche Dokumentationen, Kino Trailer, einer Expertenrunde zur Zensurgeschichte und einem Booklet zu selbiger, alles in einer Ultimate Collectors Edition, restauriert und ungeschnitten. Ja, da schlägt das Sammlerherz auf wie ein Kopf in den Händen von Thomas Brown Hewitt.

Hier nochmal als kleinen Vorgeschmack den orginalen Trailer von'74:
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Jan Breuer