Nach der Übernahme der Domain kino.to durch die deutsche Staatsmacht hat es bisher vier Verurteilungen gegeben. Nun steht der Chef-Programmierer der Seite von Gericht. Er zeigt sich jedoch kooperativ.

Langsam aber sicher lichten sich der Dschungel in Sachen kino.to. Im Juni 2011 wurde das Streaming-Portal von der Polizei geschlossen. Seitdem prangt eine Meldung der Polizei auf der Seite des Portals (siehe unten).

Zeitgleich mit der Übernahme durch die Kripo fanden in einigen Ländern Razzien statt, bei denen insgesamt 13 Personen verhaftet wurden. Einer der Hauptverdächtigen Marcus V. erhielt aufgrund seiner Kooperation mit den Behörden lediglich 2,5 Jahre Haft. Für Bastian P. scheint es ähnlich zu laufen.

"Der Angeklagte war für das reibungslose technische Funktionieren von Kino.to zuständig", erklärt Staatsanwalt Dietmar Bluhm in der einstündigen Anklageverlesung. P. werden [highlight color="red"]Urheberrechtsverletzungen in 1.110.543 Fällen[/highlight] zur Last gelegt. Sein Anwalt trägt jedoch eine sehr zweifelhafte Verteidigung vor: "Der war eigentlich nur Programmierer. Ihm war gar nicht klar, was er da macht. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Seite abgeschaltet wurde. Ohne ihn wäre die Seite heute noch in Betrieb."

Der Prozess gegen P. wird am 30. März fortgesetzt. Wir werden natürlich die Sache im Auge behalten und weiterhin darüber berichten.

[toggle title="Meldung auf kino.to"]

Die Kriminalpolizei weist auf Folgendes hin:

Die Domain zur von Ihnen ausgewählten Webseite wurde wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen geschlossen.

Mehrere Betreiber von KINO.TO wurden festgenommen.

Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.

[/toggle]



Über den Autor

Sebastian Siepmann