Das im Katastrophenfall die normale Infrastruktur zusammenbricht ist durchaus bekannt. Daher entwickeln die Forscher an der TU in Darmstadt eine Software, die ein autonomes Ad-Hoc Netzwerk aufbauen soll.

Im März diesen Jahres hat es sich wieder gezeigt. Die Infrastruktur hochtechnisierter Länder bricht im Katastrophenfall zusammen. Nach dem Erdbeben in Japan gab es keine Telekommunikation mehr, die Funknetze sind komplett zusammen gebrochen. Und dabei ist die Kommunikation grade im Katastrophenfall von äußert wichtiger Bedeutung. Aus diesem Grund arbeiten die Forscher der Technischen Universität (TU) Darmstadt an einer Software für Smartphones, die ein autonomes Netz aufbauen soll

Das Netzwerk soll ad-hoc sein, das bedeutet, es werden nur Verbindungen zu anderen Smartphones aufgebaut. So können die Geräte sich im Ernstfall untereinander vernetzen. "Moderne Geräte sind per Werk mit einer Vielzahl an Sensoren wie GPS, Bewegungssensoren oder einem digitalen Kompass ausgestattet" erklärt Prof. Ralf Steinmetz vom Fachgebiet Multimedia Kommunikation der TU.

Mit Hilfe der Sensoren ist ein Abtasten der Umgebung möglich. So können zum Beispiel Verletzte Informationen über ihren Auffenthaltsort an weitere Smartphones weitergeben. "Und fast jeder trägt heute ein solches Gerät bei sich, eine Informationsquelle, die es nur noch zu nutzen gilt", so Steinmetz weiter.

Im Rahmen des Forschungsgebietes "Future Internet" entwickelten die Forscher das so genannte "Overlay Hybrid Network" (OHN). Aktiviert wird die Software über ein gesondertes SOS-Signal, in dessen Folge die Geräte das Netzwerk aufbauen. "Jedes Gerät übernimmt hierbei die Aufgaben, die es am besten lösen kann. Das Ergebnis ist eine optimale Informationslage für die Einsatzkräfte", so Dr.-Ing. Parag Mogre, der Leiter der Forschung. "Durch die Kollaboration der Geräte verhindern wir sowohl in einer Flut an Informationen zu ertrinken als auch einen möglichen Datenstau – den Supergau bei einer Katastrophe, bei der jede Sekunde zählt."

Neben dem eigentlichen Aufbau des Netzwerkes gilt die Energieversorgung als kritischer Punkt. Das Netzwerk arbeitet dabei sehr effizient. Bluetooth und WLAN, beides in fast allen aktuellen Smartphones vorhanden, werden parallel verwendet. "Bluetooth und W-LAN ergänzen sich geradezu optimal", erklärt Mogre. Sollte ein Gerät nur noch wenig Strom besitzen, so sendet das Gerät via Bluetooth an ein nahes Smartphones, welches die Daten dann per WLAN weiter verschickt. Die Nutzung von WLAN hat einen hohen Energieverbrauch, jedoch ist die Reichweite umso höher. Bluetooth hingegeben verbraucht im Vergelich weniger Strom, hat dafür allerdings eine kleinere Reichweite.

Quelle: TU Darmstadt
Bildquelle: Angela Parszyk / pixelio.de



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Sebastian Siepmann