Jährlich sterben weltweil 17 Millionen Menschen am plötzlichen Herztod. Vielen davon könnte durch rechtzeitige Defibrillation geholfen werden. Doch häufig sind die notwendigen Geräte nicht in Reichweite oder nur schwer auffindbar. Pocketdefi will das nun ändern.

Defibrillatoren kennt man aus dem Fernsehen. "Aufladen auf 200. Alle Weg. Schock!" So oder so ähnlich hat jeder im Fernsehen sicherlih einmal einen Defi im Einsatz gesehen. Doch diese aufwendigen Geräte mit Paddles sind nur für Profis gedacht, die damit tagtäglich umgehen. Anders sieht es da bei den sogenannten Automatischen Externen Defibrillatoren (AED) aus, die durch jeden eingesetzt werden können und vorallem auch sollen. Durch die Frühdefibrillation eines Patienten mit Herzkammerflimmern oder ähnlichen Symptomen kann das Leben eines Patienten gerettet werden. Doch leider sind die Geräte häufig sehr teuer und dementsprechend nicht oft und weit verbreitet.

Die österreichische liimtec GmbH aus Graz möchte dem plötzlichen Herztod nun einen neuen Gegner entgegegen setzen. Der Pocketdefi ist eine kleine, platzsparende Alternative zu den herkömmlichen AED. Laut Herstellerangaben ist das Gerät um bis zu 75% kleiner als andere Geräte und gleichzeitig auch um ein vielfaches preiswerter. Am 3. Oktober startet eine Crowfunding Kampagne für den Pocketdefi, der Ende 2018 ausgeliefert werden soll.

Der Pocketdefi weist die gleichen Funktionen wie ein herkömmlicher AED auf, kann jedoch einfach und jederzeit über eine dazu gehörende Smartphone App gewartet und aktualisiert werden. Die App auf dem Handy lässt Besitzer, die den Defibrillator dabei haben und sich in der Nähe befinden zu sich rufen. Der Preis für die Pocketdefi wird derzeit mit einem Preis 699 Euro angegeben, einen Bruchteil des Preises für bereits etablierte Geräte.Vorbestellungen zum Start des Crowdfundings kosten nur 399 Euro. Wer sich für den Newsletter anmeldet kann zudem einen Pocketdefi gewinnen.

Hollywood und der Defibrillator

Anders als es häufig in Serien und Filmen dargestellt wird, ist der Defibrillator nicht dafür geeignet, eine Asystolie, die sogenannte Nulllinie, zu beheben - im Gegenteil. Der Defibrillator bekämpft das falsche Verhalten des Herzens zum Beispiel bei Kammerflimmern, bei dem es zu unregelmäßigen Flimmerbewegungen des Herzens und keiner Austreibung von Blut kommt. Der Defibrillator erzeugt also, ganz im Gegensatz zu denen in Hollywoord, eine Nulllinie, die anschließend mit einer Herzdruckmassage behoben werden muss.

Der Einsatz eines AED ist für den Laien, dank Sprachunterstützung, ohne vorheriges Training möglich. Doch Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz bieten heute fast alle in ihren Erste Hilfe Kursen auch ein Defi-Training an. Wer bis zur Auslieferung des Pocketdefi unterwegs nicht auf die Möglichkeit verzichten möchte, in der Nähe einen Defi-Standort zu kennen, dem sei die App vom Defikataster ans Herz gelegt (Wortspiel beabsichtigt ;) ). Diese gibt es derzeit für Android und iOS.



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Sebastian Siepmann