Eine ganze Staffel der Lieblingsserie an einem Abend? Das Binge Watching sorgt bei uns für schlechten Schlaf. Das haben Forscher jetzt heraus gefunden. Doch dabei zählt nicht, wie oft wirt exzessiv schauen...

Jeder Serien-Fan kennt das: Binge Watching – das exzessive Ansehen von ganzen Serienstaffeln anstelle einzelner Episoden. Netflix, Amazon und Co machen es möglich. Und auch vorher war das schon mit DVD und Blu-rays machbar. Doch Binge Watching schadet nicht nur den Augen, sondern hat weitaus mehr Auswirkungen auf unseren Körper als wir uns vorstellen können. Das fand nun eine Studie heraus, die im Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlicht wurde.

423 Menschen zwischen 18 und 25 wurden zu ihrem Serienkonsum befrage und mussten gleichzeitig Fragen zum eigenen Schlafverhalten beantworten. Der PSQI-Test (Pittsburgh Schlafqualitätsindex) untersucht die Schlafqualität und geht auf häufige Schlafstörungen, gewöhnliche Schlafenszeiten, Medikation, Tagesmüdigkeit und Schlafdauer ein. Drei Viertel der Studienteilnehmer bezeichneten sich selbst als Binge Watcher, also als jemand, der mindestens zwei Episoden einer Serie hintereinander ansieht. 20 Prozent der Befragten haben sogar hatten im letzten Monat sogar mehrere Tage in einer Woche mehr als drei oder vier Folgen pro Tag gesehen. Die Ergebnisse des PSQI-Tests wurden ausgewertet und mit dem derjenigen gegenübergestellt, die gar nicht oder nur selten Serien schauen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Binge Watcher haben eine 98 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, schlecht zu schlafen. Einer von drei Fällen von schlechtem Schlaf ist direkt oder indirekt auf das Binge Watching zurück zu führen. Dabei zählt jedoch nicht die Häufigkeit des exzessiven Konsums, sondern vielmehr, wie viele Episoden angesehen wurden. Als Grund nennen die Forscher, dass der Inhalt uns nicht mehr loslässt. Die Handlung schwirrt noch eine ganze Zeit durch den Kopf und lässt uns nicht oder nur schlecht schlafen.



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Sebastian Siepmann