Was wäre, wenn die Regierungen dieser Welt sich im Verborgenen dauerhaft angreifen? Unvorstellbar? Nein! Vielmehr die harte Realität, die spätestens seit 2010 und dem Wurm STUXNET spürbar geworden ist.

Im Jahr 2010 machten IT-Sicherheitsexperten eine unheimliche Entdeckung. Ein Computerwurm verbreitet sich mit einer enormen Aggressivität und Schnelligkeit durch das gesamte Internet rund um die Welt. Was die Forscher dabei nicht ahnen: Der Computerwurm ist die Grundlage einer neuen Art von Waffe. Die Cyberbombe. Entwickelt – vermutlich – von CIA und dem Mossad. Diese Cyberbomben sollen mit der Zerstörungskraft einer Atombombe gleichzusetzen sein – und die Verbreitung lässt sich nicht aufhalten…

Was nach einer absolut unrealistischen Geschichte aus einer ferner Zukunft klingt ist leider genau so geschehen. Der Computerwurm STUXNET machte sich im Jahr 2010 nicht nur die Computer diverser Nutzer in aller Welt zu eigen. Vielmehr galten Industrieanlagen als Ziel. Der Wurm wurde so programmiert, dass er Computer auf Bausteine der Industriesteuerung hin überprüfte. Zum Leidwesen von Siemens, in dessen Steuerung sich der Wurm einnistete. Sofern in der Steuerung ein Frequenzumformer, der für die Steuerung von Motoren, zum Beispiel in Kraftwerken, genutzt wird, der Firma Vacon aus Finnland oder Fararo Paya aus Teheran, Iran, vorhanden ist, schlägt STUXNET zu.

Das Programmiergerät ist nicht mehr in der Lage, die notwendigen Steuerbefehle an den Frequenzumformer zu übermitteln. Der Wurm kann machen, was er will. Er kann die Anlage überhitzen oder dafür sorgen, dass sie gar nicht mehr in Betrieb genommen werden kann. Je nach Wunsch des Angreifers.

Ein Computervirus von dieser Komplexität war zuvor nicht zu erahnen. Die Entwicklung dieses Schädlings muss nicht nur in der Zeit einiges an Ressourcen verbraucht haben. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Entwicklung einen sechs- siebenstelligen US-Dollar Betrag verschlungen hat. Einen Preis, der nicht aus privaten Mitteln finanziert werden kann. Aus diesem Grund geht man heute davon aus, dass die NSA, CIA sowie der Mossad hinter der Entwicklung stecken.

Genau davon ist auch der Oscar-prämierte Regisseur Alex Gibney überzeugt. In seinem neuen Film ZERO DAYS möchte er Beweise offenlegen, die eben diese Organisationen dafür verantwortlich machen sollen. Er möchte nicht nur die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, sondern vielmehr die Öffentlichkeit über den Krieg im Verborgenen informieren. Dazu hat er einige Whistleblower, die an der Operation Olympic Games mitgewirkt haben interviewt. Auch war er in der Hauptstadt der Cyber-Kriminalität – Moskau.

Dort befragte er unter anderem Eugene Kaspersky von den Kaspersky Labs. Dieser hat als einer der ersten den Wurm STUXNET zumindest oberflächlich , analysieren können. "Mit diesem Detail- und Geheimwissen kehrten wir in die USA zurück und konnten einige Leute innerhalb der NSA und der CIA davon überzeugen, mit uns zu reden – unter der Bedingung, dass wir keinesfalls ihre Identität preisgaben. Inzwischen kam heraus, dass die Obama-Regierung mehr Whistleblower strafrechtlich verfolgt hat als alle Vorgängerregierungen zusammen. Wir mussten also alles daran setzen, unsere Quellen zu schützen.", so Gibney.

Um die Identität seiner Informanten zu schützen, nutzen er und sein Team nicht WLAN-fähige Rekorder, transkribierten diese auf Schreibmaschinen und zerstörten danach das Audio-Material. Mögliche Satzgebilde und Aussagen wurden so verschlüsselt, dass keine Rückschlüsse mehr möglich waren.

Der Film ZERO DAYS zeigt eindrucksvoll die Entstehung des Wurms STUXNET und wie dieser als Waffe gegen die Feinde der USA und Israels eingesetzt wurde. ZERO DAYS startete heute in ausgewählten Kinos, ist jedoch bereits ab Dienstag, den 06. September 2016 digital erhältlich. Dabei ist dem Regisseur des Films eines besonders wichtig: Der Titel ZERO DAYS bezieht sich nicht nur auf die von STUXNET genutzten sogenannten zero day exploits, Sicherheitslücken, die noch nicht öffentlich bekannt sind, sondern vielmehr auf das Momentum, den absoluten Nullpunkt. Denn „von nun an werden wir mit der Herausforderung eines potentiellen Cyberwars rechnen müssen. Dies ist unser Nullpunkt. Wie werden wir weiter damit umgehen?


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Sebastian Siepmann