Für 40 Millionen US-Dollar hat der Regisseur Ang Lee, der unter anderem auch Life of Pi gedreht hat, einen mit absolut großer Spannung erwarteten Blockbuster gedreht. Es gibt nur ein Problem: Die Technik ist so neu, dass er nicht in voller Pracht gezeigt werden kann.

Der dreifach Oscar-prämierte Regisseur Ang Lee, der unter anderem bei Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger und Tiger & Dragen Regie führte, bringt mit Die irre Heldentour des Billy Lynn ein neues, nahezu episches, Meisterwerk auf die Kinoleinwand. Der Film zielt mitten in das Herz des amerikanischen Selbstverständnisses, und stellt den Kriegshelden ein absolut verzerrtes Realitätsbild gegenüber. Gleichzeitig ist die Geschichte um den jungen Kriegshelden Billy Lynn ein Sprung in die technische Zukunft, die Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vorgreift.

Die irre Heldentour des Billy Lynn ist der erste dramatische Langfilm, der in 4K und original 3D abgedreht wurde. Zudem setzte Ang Lee dabei auf eine absolut neuartige Technik. Die Kameras nutzen eine Ultra-High-Rate von 120 Bildern pro Sekunden. Im Vergleich: Normale Filme der heutigen Zeit setzen auf 24 Bilder pro Sekunde. Zuletzt setzte Peter Jackson bei der letzten Verfilmung der Hobbit-Reihe auf 48 Bilder pro Sekunde - doppelt so viel, wie normal - einige Zuschauer mussten aufgrund von Übelkeit und Schwindel den Kinosaal verlassen. Ähnliches geschah auch bei Billy Lynn. Testzuschauer haben noch 30 Minuten nach dem Ende des Films vor Furcht gezittert, so realitätsnah soll der Film gewesen sein.

Die irre Heldentour des Billy Lynn begleitet den 19-jährigen Soldaten Billy Lynn, gespielt von Joe Alwyn, nach einem traumatischen Gefecht im Irakkrieg, auf einer Siegestour durch die USA. Nach und nach geraten die wahren Geschehnisse des Krieges im Irak ans Tageslicht und die schön geschmickte "Wahrheit" beginnt zu bröckeln. Den Höhepunkt erreichen die Enthüllungen während der Halbzeit-Show während eines Football-Spiels an Thanksgiving. Die Euphorie scheint meilenweit von der Realität im Irak entfernt zu sein.

Weltpremiere feiert dieses wegweisende Kinoereignis am 14. Oktober beim New York Film Festival. Für Ang Lee "ein sehr wichtiges Event - sowohl als New Yorker, als auch als Filmemacher." Lee weiter: "Ich fühle mich geehrt, dieses Jahr mit BILLY LYNN dabei zu sein. Mit jedem Film versuche ich neue Wege zu erkunden, um mit dem Publikum und mir selbst Verbindung aufzunehmen. Seit LIFE OF PI habe ich mit meinem Team an einem neuen filmischen Ansatz gearbeitet, der diese Verbindung revitalisiert. Aber Technologie kann nur ein Werkzeug sein, sie sollte immer im Dienst des künstlerischen Ausdruck stehen, ihn stark und frisch machen, denn die Geschichte ist am wichtigsten. Billys Reise, die intim und episch zugleich, und fast ausschließlich aus seiner Perspektive erzählt ist, eignet sich perfekt für die Emotion und Intensität, die mein Ansatz fordert."

Auch der Leiter des New York Film Festival freut sich auf die Weltpremiere von Die irre Heldentour des Billy Lynn: "Der Film überwältigte und bewegte mich zutiefst – als große Geschichte Amerikas in den Jahren nach der Irak-Invasion, aber auch als intimes menschliches Porträt. Ang Lee spürt in all seinen Filmen den feinen emotionalen Nuancen zwischen seinen Charakteren nach, und genau das brachte ihn immer wieder dazu, auch die Kinotechnologie auf ein neues Level zu heben. Bei ihm dreht sich alles um Gesichter und ihre kleinsten emotionalen Veränderungen. BILLY LYNN ist daher in jeder Hinsicht das Werk eines wahren Meisters."

Auch wenn der Film in den meisten Kinos nicht mit 120 Bildern pro Sekunden abgespielt werden kann, und da durch vermutlich einige Effekte, und auch die Nähe zur Realität verschwindet, wird der Film hierzulande und auch in den USA gezeigt. Er wird dann mit 24 Bildern pro Sekunden zu sehen sein. Kinostart in Deutschland ist am 26.01.2017. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ben Fountain.


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Sebastian Siepmann