Der Film Der kleine Tod bringt die tabuisierten sexuellen Fantasien von fünf Paaren einer australischen Kleinstadt auf die Kinoleinwand. Mit teils biederen Vorlieben präsentiert Regisseur Josh Lawson fünf völlig verschiedene Paare. Die verschiedenen Paare mit ihren teils bizarren Sexfantasien überschreiten beinahe gleichzeitig die Schwelle an der es im Bett nur noch schleppend voran geht.

Alle Paare entdecken eine sexuelle Stimulation, an der nur jeweils ein Partner Gefallen findet. Der Regisseur und Drehbuchautor Josh Lawson, der im Film die Rolle des Paul übernimmt, spielt einen zunächst verdutzten Ehemann, der die Gewaltfantasien seiner Frau möglichst perfekt umsetzen will.

Paar zwei sieht in Rollenspielen die Zukunft ihres Sexlebens, weiß jedoch vorher nicht, dass der männliche Part der Beziehung ungeahnte Schauspielkünste in sich vermutet, die jedoch nicht vorhanden sind. Das dritte Pärchen möchte für Nachwuchs sorgen und verordnet sich selbst Sex zu den vermuteten Zeiten des Eisprungs. Das Ganze endet jedoch abrupt als die Frau ihre Neigung zur Dacryphilie - Erregung durch die Tränen eines Anderen - feststellt. Von da an muss ihr Mann leiden, damit sie sexuelle Erfüllung findet.

Paar vier ist eigentlich kein wirkliches mehr. Er ist genervt von ihrer tyrannischen Art und im Bett herrscht schon seit Monaten nur Flaute. Er findet seine Erfüllung in der Somnophilie - er hat Sex mit seiner narkotisierten Frau.



Die ein oder andere Paarkonstellation ist nicht unbedingt humorgeeignet. So zum Beispiel die Gewaltfantasie. Eine echte Gratwanderung des schwarzen Humors. Auch der Running Gag fällt genau so aus. Ein Straftäter der laut Gesetzt seine Nachbarn darüber informieren muss, eben dieser zu sein. Da die Nachbarn jedoch alle mit ihren Fantasien beschäftigt sind, realisieren genau das nicht.

Erst zum Ende des Films wird die spaßigste und mit Abstand beste Szene des Films deutlich. Hier zeigt sich auch erst das letzte Paar des Films. Eine Telefonvermittlerin, die Telefonate in Gebärdensprache übersetzt und andersherum. Sie wird von einem Kunden darum gebeten eine Sex-Hotline anzurufen. Ihr ist dieser Auftrag deutlich peinlich doch sie erfüllt dem Kunden den Wunsch nach sexueller Erregung.

Hin und wieder sind einige Szenen belastend. Der gesunde Menschenverstand verbietet manch eine Handlung des Films eigentlich. Doch eigentlich möchte man genau dann erst recht wissend, wie es weiter geht. Fremdschämen für Fortgeschrittene. Doch all das macht den Film nicht schlecht. Der Titel verspricht ein bisschen mehr, doch es ist ausreichend. Eine Komödie über Sex. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir verlosen zum heutigen Kinostart von "Der kleine Tod" zwei Filmplakate sowie zweimal das Buch "Dark Room", der erste Thriller von Deutschlands erfolgreichster Erotikautorin. Düster, bizarr, erregend. Alles ein bisschen anders. Andresky eben. Mehr zum Buch bei Randomhouse.

Ich liebe das Gefühl, wenn die Gänsehaut den Rücken hochkriecht. Und ich liebe das Gefühl, wenn es feucht im Schritt wird. Da lag es doch nahe, beides zu verbinden. Bei Cheesecake fragt man ja auch nicht: oder Prosecco?
Sophie Andresky über "Dark Room".