Ein Fotograf der Bild-Zeitung mahnte die Inhaberin einer Fahrschule ab, weil diese einen Beitrag der Zeitung bei Facebook geteilt hat. Der Rechteinhaber sah einen Verstoß gegen das Urheberrecht, weil er als eben dieser nicht genannt wurde.

Medienanwalt Christian Solmecke erklärt, dass die Inhaberin einer Fahrschule aufgrund des Teilens eines Beitrags der Zeitung durch den Fotografen zu einer Zahlung von 1080 Euro aufgefordert wurde. Solmecke erklärt gegenüber dem Portal golem.de: "Der Vorwurf lautet, dass der Name des Fotografen in dem Facebook-Vorschaubild nicht genannt wurde."

Die Abgemahnte versucht nun die Summe von der Zeitung und dem Axel-Springer-Verlag zu bekommen. Solmecke erklärt weiter: "Es wird mit Sicherheit nicht bei dieser einen Abmahnung bleiben. Eine wegweisende Gerichtsentscheidung ist unabdingbar. Bis dahin besteht nun eine erhöhte Abmahngefahr für die Nutzer und eine noch größere Gefahr für die Blogbetreiber, die womöglich bald zahlreichen Regressansprüchen ausgesetzt sein werden."

Der Anwalt meint, dass Blog- und Seitenbetreiber in der Pflicht sind, die notwendigen Rechte einzuholen. Notfalls auch ohne die Nennung des Urhebers in den sozialen Netzwerken. Ansonsten müssten sie mit Regressansprüchen der abgemahnten Nutzer rechnen. "Dies haben bereits die Richter am Landgericht Frankfurt in einem Streit zum Facebook-Share-Button entschieden (Urteil vom 17. Juli 2014, Aktenzeichen 2-03 S 2/14). Solange die Teilen Funktion genutzt wird, vergibt der Seitenbetreiber konkludent eine Lizenz an den geteilten Inhalten.", so Solmecke weiter.



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Sebastian Siepmann