Google+ will dem sozialen Netzwerk Facebook die User entlocken. Der Weg dahin ist steinig. Aber es schaut gut aus, für den Suchmaschinenriesen. Doch nun sehen Netzaktivisten die Pflicht, einen realen Namen anzugeben als Problem.

Mit einem offenen Brief von 28 Netzaktivisten und Bundestagsabgeordneten macht Google+ derzeit Schlagzeilen, wenn auch negativer Natur. In dem Brief fordern die Ersteller, auch Pseudonyme im Netzwerk zuzulassen. Die Diskussion über Klarnamen im Internet, hält schon seit einigen Tagen an, wie wir bereits berichteten.

"Google+ macht die Vernetzung mit Menschen im Web mit der Vernetzung von Menschen in der realen Welt ähnlicher", heißt es von Google auf Anfrage. "Deswegen ist es wichtig, dass Sie ihren gewöhnlichen Namen verwenden, damit die Leute, mit denen Sie in Verbindung sein wollen, Sie finden können."
Auch der größte Konkurrent von Google+, Facebook, hat ähnliche Vorstellungen zu der Nutzung von Pseudonymen. "Für Facebook sind Authentizität und Sicherheit von höchster Priorität. Nicht zuletzt deshalb verfolgt Facebook eine Klarnamen-Politik, der alle Nutzer bei der Anmeldung bei Facebook zustimmen.".

Doch im Gegensatz zu Facebook, setzt Google die Maßnahmen zur Einhaltung der Realnamenpflicht auch durch. So wurden schon einige Benutzerkonten suspendiert, da ein Pseudonym benutzt wurde, so z.B. auch von der Bloggerin Violet Blue, die tatsächlich so heißt.

Die Nutzung eines Pseudonyms ermöglicht es Bürgern, im Einzelfall und nach ihrem eigenen Dafürhalten eine Meinung frei artikulieren zu können, ohne Ächtung und Nachteile befürchten zu müssen.

Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärte, dass die Nutzung eines Klarnamens das Finden durch Freunde und Bekannte einfacher und schneller mache. "Wir schätzen es sehr, dass Google+ eine derartige Leidenschaft wie auch in diesem Fall hervorruft", so Oberbeck. Da Google+ noch in der Testphase sei, nehme man das Feedback ernst, um eventuelle Schwachstellen zu verbessen.

Den ganzen Brief findet ihr hier zum Download.

Quelle: N24.de



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Sebastian Siepmann