Das wurde aber auch einmal Zeit. Ich bin endlich im Besitz einer Phishing-Mail des Onlinehändlers Amazon. Man muss ja sagen, dass die Autoren dieser Mail sich eine Menge Mühe gegeben haben. Doch bei mir sind sie an der falschen Adresse.

Endlich bin ich einmal stolzer Besitzer einer Phishing-Mail geworden. Dem Absender dieser, einer EDV-Firma aus Frankfurt, möchte ich hier einmal meinen herzlichsten Dank aussprechen. So nett wie ich bin, habe ich - sofern mein Anti-Virenprogramm dies zugelassen hat - meine "Zahlungsdaten" einmal verifiziert. Da die Email auf einer anderen Mail-Adresse ankam, als ich für Amazon benutze, habe ich gleich auf der Seite einen neuen Account eingerichtet. Mit der Email-Adresse, "[email protected]nichtwissen.lm" (Wobei die Top-Level-Domain: .lm meines Wissens nach für Leck mich! steht.)

Desweiteren möchte ich mich im Namen all derer bedanken, die im Internet ihr täglich Brot verdienen. Schließlich hat das Unternehmen einen Weg gefunden, wie eine Verbindung mit 2048 Bit verschlüsselt werden kann, ohne dass ein SSL-Zertifikat hinterlegt ist. Weder ich, noch einer meiner vier, auf dem Computer installierten Browser,  kannte dieses System bereits. Sofern mir dies bewusst ist, wird bei einer bestehenden 2048-bit Verschlüsselung die Adressleiste des Browser grün hinterlegt, um dem Nutzer dies zu zeigen. (Ich bitte Sie daher, mir einer Mail die verwendete Art der Verschlüsselung näher zu erläutern.)

Zudem finde ich es spannend, wie es geschafft wurde, dass jenes Logo von Amazon außerhalb von redaktionellen Berichterstattungen auf einer, nicht mit Amazon.com Inc. in Verbindung stehender Website angezeigt werden darf. Dies verstößt meines Wissens nach gegen amerikanische Markenrechte. Doch was weiß ich schon, ein dummer deutscher Student.

Ich frage mal lieber das Helpdesk von Amazon, wieso ich denn "aufgrund einer Hackerangriffs bei ebay" meine "Zahlungsdaten umgehend verifizieren" soll. Die Email kam schließlich in der vergangenen Nacht. Und bis zu dieser ist mein "Konto eingeschränkt nutzbar". Doch kaufen konnte ich trotzdem etwas. Am besten ist, ich leite diese Email weiter an [email protected]. Der Absender wird sich freuen, da er ja so freundlich war, und diese Mail über seinen eigenen Server gesendet hat.

Achtung: Bei Email von Banken, Onlinehändler und ähnlichem immer auf die richtige Adresse im Browser achten. Amazon zum Beispiel hat ausschließlich die Domains Amazon.comAmazon.de etc. Amazon-Onlinehilfe.de hingegen nicht. Sollte es tatsächlich aufgrund großer Sicherheitslücken wie etwa dem Heartbleed-Vorfall zu  notwendigen Maßnahmen wie etwa dem Wechsel von Passwörtern kommen, erfahrt ihr es bei uns sowie allen anderen Medien!


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Über den Autor

Sebastian Siepmann